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Wiener VCP schreibt Börsengeschichte
Die Wiener Investmentfirma VCP hat mit dem Teilverkauf des ungarischen Chemieriesen BorsodChem über die Budapester Börse 358 Millionen Euro erlöst.

Die "Vienna Capital Partners" (VCP) rund um Heinrich Pecina gehen in die Geschichte der Budapester Börse ein. Die Wiener haben gestern um 358 Millionen Euro insgesamt 62,6 Prozent an dem ungarischen Chemieriesen BorsodChem über die Budapester Börse verkauft.

Dabei handelt es sich um eines der grössten Private Placements in Osteuropa. Nur der Verkauf von Staatsfirmen bewegte in der Region mehr Geld. Der im Budapester Leitindex BUX gelistete grösste ungarische Chemiekonzern BorsodChem beschäftigt 4100 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 520 Millionen Euro.

Listing in Warschau

Das Aktienangebot war zweimal überzeichnet. Um den Investoren Zeichnungsgewinne zu ermöglichen, lag der Ausgabekurs mit 1850 Forint pro Stammaktie am unteren Ende der Preisspanne. Sollten die mit der Durchführung der Platzierung beauftragten Investmentbanken HSBC und CA-IB die Mehrzuteilungsoption ausüben, würde sich der Streubesitz des Unternehmens auf insgesamt 77 Prozent erhöhen. Die restlichen 23 Prozent würden in den Händen von VCP bleiben. Zusätzlich zur Börsenotiz in Budapest sollen BorsodChem-Aktien auch in Warschau und London notieren.

Eigenständigkeit

In Ungarn wurde die Transaktion bejubelt, weil VCP die Anteile nicht an einen Konkurrenten, sondern über die Börse verkauft hat. "BorsodChem wird nicht zur Filiale eines multinationalen Konzerns, sondern bleibt Eigenständig. Zusätzlich belebt der Deal den ungarischen Aktienmarkt", schreiben Budapester Zeitungen.

VCP ist seit August 2001 Mehrheitseigentümer bei BorsodChem und hat mit dem Teilausstieg einen grösseren Gewinn erzielt. Mit dem Geld wird Pecina zunächst Kredite zurückzahlen. Trotzdem bleibt noch ein grösserer Betrag für weitere Investments übrig. "Wir prüfen einige interessante Objekte in der Region", kündigt Pecina im WirtschaftsBlatt-Gespräch an.

Die Wiener Investmentfirma VCP rund um Heinrich Pecina hat gut lachen: Mit dem Teilausstieg in Ungarn ist die Kriegskassa für weitere Investments in Osteuropa gefüllt

Source: Wirtschaftsblatt
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