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Wiener VCP-Finanzgruppe holt sich Ex-Innenminister an Bord
Die Wiener Finanzgruppe VCP holt sich Ex-Innenminister Ernst Strasser als Spitzenmanager für Energie-Investments in Osteuropa an Bord. Ab Juli wird der ehemalige Ressortchef, der der Politik im Dezember überraschend den Rücken gekehrt hatte, als geschäftsführender Gesellschafter an die Spitze der VCP Energy Holding GmbH treten und mit 10 Prozent an der Tochter der Vienna Capital Partners (VCP) beteiligt sein, wie Strasser und VCP-Gründer Heinrich Pecina am Mittwochabend sagten. Damit ist das Monate lange Rätselraten um die berufliche Zukunft Strassers beendet.

Die VCP Energy will in den kommenden zehn Jahren rund 750 Mio. bis 1 Mrd. Euro in die Modernisierung von Kraftwerken in Osteuropa stecken, geht man von fünf mittelgroßen Projekten aus. So sollen etwa früher mit Braunkohle betriebene Altanlagen aufgekauft, auf Gas- oder Biomassebetrieb umgerüstet und nach einiger Zeit weiterveräußert werden. Die Emission von Energie-Anleihen sei dabei ebenso wenig ausgeschlossen wie ein Börsegang von Kraftwerksgesellschaften, sagte Pecina vor Journalisten. Die Energie-Investments seien angesichts der Stromknappheit in Europa - die Produktion hinke dem jährlich um knapp 3 Prozent wachsenden Verbrauch hinterher - viel versprechend, so Pecina und Strasser.

Mit dem ehemaligen Innenminister habe sich die VCP "einen erfahrenen Manager mit internationaler Erfahrung und starkem Netzwerk in der CEE-Region" für den Energiebereich an Bord geholt, meinte Pecina, der sich durchaus öfter "durchgängige Wechsel von der Politik in die Wirtschaft oder umgekehrt" wünscht. Die Parteizugehörigkeit spiele dabei keine Rolle: "Wir suchen immer ambitionierte, tüchtige und ausgeglichene Menschen", meinte der Gründer und Senior Partner der primär auf Private Equity Investments in Osteuropa spezialisierten Gruppe für sein Haus. Schon seit einigen Monaten werkt - nach einem Zwischenspiel bei der Investmentbank HSBC - auch Christoph Ulmer, ehemaliger Kabinettchef des Ex-Ministers, im Vorstand der VCP Industrie Beteiligungen AG.

Strasser, der kommende Woche 49 Jahre alt wird, hatte am 10. Dezember 2004 überraschend seinen Rückzug als ÖVP-Minister bekannt gegeben und seinen Wechsel bzw. die "Rückkehr" in die Privatwirtschaft angekündigt. Anfang der 90er Jahre war der am 29. April 1956 in Grieskirchen in OÖ geborene Strasser im Amstettner Unternehmen Umdasch in den Bereichen Planung und System Division tätig gewesen. Seit seinem Ausscheiden aus der Politik war der gelernte Jurist gerüchteweise für viele Jobs im Land gehandelt worden, etwa bei EVN, Rewe/Billa oder auch Motorola. Strasser selbst hatte wiederholt erklärt, sich erst im 2. Quartal beruflich zu verändern, was nun mit dem operativen Start bei VCP per Anfang Juli geschieht.

VCP sieht sich mit einem Transaktionsvolumen von mehr als 2,5 Mrd. Euro seit der Gründung vor knapp 7 Jahren mittlerweile als eines der führenden unabhängigen Investment- und Corporate Finance Advisory-Unternehmen im Zentral- und Osteuropa. Künftig weitet man die Aktivitäten auf den "EU-Erweiterungsraum" aus, also auch auf Rumänien, Bulgarien und das gesamte Ex-Jugoslawien. Firmen-Chef Pecina war in den 90er Jahren bei der CA IB Investmentbank tätig gewesen, auch der frühere Creditanstalt-Banker Ottokarl Finsterwalder und Ex-OMV-Vorstand Heinrich Georg Stahl arbeiten bei ihm in Spitzenpositionen.

Pressespiegel (PDF, 2.2MB)

Source: APA
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